Fachbegriffe

Kulturelle Bildung (Quelle: Bundeszentrale für kulturelle Bildung Deutschland)

  • „Kulturelle Bildung bedeutet Bildung zur kulturellen Teilhabe. Kulturelle Teilhabe bedeutet Partizipation am künstlerisch kulturellen Geschehen einer Gesellschaft im Besonderen und an ihren Lebens- und Handlungsvollzügen im Allgemeinen.“
  • „Kulturelle Bildung gehört zu den Voraussetzungen für ein geglücktes Leben in seiner personalen wie in seiner gesellschaftlichen Dimension. Kulturelle Bildung ist konstitutiver Bestandteil von allgemeiner Bildung.“

Theaterpädagogik (aus Gesprächen mit Univ. Prof. Dr. Peter Simhandl)

  • „Theater“ leitet sich vom griechischen „theatron“ ab: Dies bezeichnet den „Zuschauerraum“ im Theater. Ein „Pädagoge“ war im alten Griechenland jemand, der die Kinder reicher Eltern morgens zur Schule hinbegleitete und abends wieder zurück. Zusammengefasst und reduziert auf seine ursprüngliche Wortbedeutung ist ein Theaterpädagoge also jemand, der „an den Zuschauerraum heranführt“. Dies kann aus zweielei Richtungen geschehen: 1.) Jemanden bei seinem ersten Theaterbesuch in den Zuschauerraum hinein begleiten und ein Stück ansehen. 2.) Jemanden über die Bühne an den Zuschauerraum heranführen, damit er selbst etwas darbietet.
  • Das bedeutet für die Aufgabenbereiche des Theaterpädagogen: 1.) Ein Vorstellungsbesuch setzt eine „Vorbereitung“ voraus. Und sicherlich werden wir das Gesehene auch „nachbereiten“. 2.) Eine Darbietung erfordert ein vorheriges Ausprobieren. Ein Probenprozess in einem Theaterclub mit Jugendlichen ist demnach als eine Heranführung an die Mittel des Theaters und an den Tag der Aufführung zu verstehen. 3.) Der Theaterpädagoge kann auch mit und durch die Mittel des Theaters in einen dritten Bereich hinein begleiten: Zum Beispiel wenn er „Theater als Methode im Deutschunterricht“ verwendet.
  • Conclusio: Der Begriff bezeichnet eine eigenständige Disziplin, die sich zwischen den Bereichen Theater und Pädagogik bewegt. Die Theaterpädagogik führt zum Theater hin. Oder durch Theater an etwas Drittes heran. Demnach geht es um „Lernen von Theater“ (und  dessen Wirkung im künstlerischen und gesellschaftlichen Sinn) und um „Lernen durch Theater“ (z.B. für das eigene Leben).